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DER KLEIDERMARKT IM WANDEL: NEUE IDEEN SIND GEFRAGT

Der Kleidermarkt steht im Wandel: Die schnelllebigen Modetrends verführen Konsumenten dazu, ihre Kleider schon nach einer sehr kurzen Tragedauer zu entsorgen und gegen immer neue einzutauschen. Dies führt dazu, dass Unmengen an wertvollen, hochwertigen Stoffen und Ressourcen im Müll landen. Viele Kleiderhersteller haben das Problem erkannt und entwickeln Strategien und Geschäftsideen für eine nachhaltigere Ära.

Der Kleidermarkt im Wandel: Neue Ideen sind gefragt

Kaiko Clothing Leggings Bambi

 

Zunächst einmal die schlechten Nachrichten. Die globale Textil- und Kleiderindustrie verursacht heute ebensoviel CO2-Emissionen wie der gesamte Flug- und Schiffsverkehr. Die schnelllebigen Modetrends verführen Konsumenten dazu, ihre Kleider schon nach einer sehr kurzen Tragedauer zu entsorgen und gegen immer neue einzutauschen. Dies führt dazu, dass Unmengen an wertvollen, hochwertigen Stoffen und Ressourcen im Müll landen. Gemäss Studien würden die CO2-Emissionen der Kleiderindustrie um circa 40% sinken, wenn Kleider doppelt solange getragen würden.

 

Die beste Lösung für das gegenwärtige Problem wäre natürlich eine generell geringere Produktion an Kleidern. Es sollten weniger Kleider hergestellt werden, etwas teurer, dafür aber mit besserer Qualität, denn Kleider aus qualitativ hochwertigen Materialien werden in der Regel länger getragen und erst sehr viel später entsorgt.

 

Es gibt aber auch andere Wege, die „Überproduktion“ zu bekämpfen und die gegenwärtige Situation zu verbessern. Viele Kleiderhersteller haben das Problem erkannt und entwickeln Strategien und Geschäftsideen für eine nachhaltigere Ära. Nachhaltigkeit heisst bewusster leben und bewusster einkaufen. Und damit kommen wir zu den guten Nachrichten: Wir möchten nachfolgend Wege (A-E) aufzeigen, die aus der Negativspirale des endlos wachsenden Konsums herausführen können:

A) Neues aus Altem

Die finnische Firma Pure Waste nutzt zur Herstellung neuer Kleider ausschliesslich die Reststoffe europäischer Textil- und Lederunternehmen. Die Reststoffe werden zunächst nach Farbe sortiert, dann refibriert und zu neuem Garn gesponnen. So ist es möglich, Stoffe ohne Färbung und ohne Verwendung neuer Rohstoffe (wie z.B. Baumwolle) herzustellen. Bei der Produktion der neuen Kleider können so unter anderem auch Unmengen an wertvollem Frischwasser gespart werden.

Kleider können sodann auch aus Karton oder erneuerbaren Materialien (wie z.B. Nadelbaumzellstoffen) hergestellt werden. In diesem vielversprechenden Bereich sind insbesondere verschiedene innovative finnische Unternehmen tätig und wir sind gespannt auf die Ergebnisse, die da bald auf den Markt kommen dürften.

B) Kleiderpflege als Markenpolitik

Bietet ein Hersteller die Möglichkeit, die von ihm verkauften Kleider zu reparieren bzw. zu pflegen, so ist dies ziemlich sicher ein Beleg dafür, dass die angebotenen Kleidungsstücke von hoher Qualität sind. Die Pflege schenkt dem Kleidungsstück gewissermassen ein zweites Leben. Das Produkt kann länger getragen und muss nicht sofort wieder durch ein neues ersetzt werden. Diese Politik nutzt zum Beispiel die kalifornische Firma Patagonia aus und bietet Reparatur für ihre Outdoor-Kleider an.

C) Transparenz schaffen und Konsumenten aufklären

Einige Kleiderhersteller haben sich der Strategie verschrieben, ihre Kunden über aktuelle Missstände (Wegwerfmentalität, Überproduktion etc.) aufzuklären und ihrer Klientschaft die von ihnen entwickelten Lösungsansätze zur Beseitigung dieser Misstände schmackhaft zu machen.

Die finnische Unternehmung Makia bspw. fokussiert auf die kundenorientiere Herstellung qualitativ hochwertiger Kleider zu guten Preisen und verzichtet deshalb bewusst auf jegliche Ausverkaufs-Aktionen. Ein anderer finnischer Kleiderhersteller, die Unternehmung Nosh, organisiert sogenannte “home partys”, anlässlich derer ihre Verkäufer den Kunden im persönlichen Gespräch genau erklären, was der Kunde wofür bezahlt.

D) „Secondhand Store“ 2.0

Solange Menschen mehr Kleider kaufen als sie eigentlich benötigen, wird es auch Kleidermärkte geben. Die finnische Unternehmung Emmy Clothing hat in diesem Bereich ein neues Konzept für gebrauchte Kleider entwickelt. Der Kunde sammelt seine gebrauchten Kleider und bringt sie zu einer Sammelstelle; Emmy Clothing kümmert sich sodann um deren Aussortierung, Wäsche und Verkauf und überweist einen Teil ihres Gewinns dem Kunden zurück.

E) “Easy life“ dank „Sharing“

Zweifellos, „Sharing“ ist DER neue Trend, aber im Grunde auch wieder nicht, denn „Sharing“ ist eigentlich gar nichts Neues. Tauschwirtschaft haben vor Jahrtausenden bereits unsere Vorfahren betrieben. In diesem Sinne müsste man an dieser Stelle eher von „back to the roots“ sprechen oder vom langen Weg von der Tauschwirtschaft zur eigentlichen „Sharing“-Gesellschaft. In der heutigen „Sharing“-Gesellschaft teilen bzw. vermieten Einzelpersonen über Online-Plattformen Dinge wie Autos und Fahrräder, Häuser oder Kleider. Es wird diesbezüglich auch von der sogenannten „Sharing Economy“ gesprochen, welche Parteien über Online-Plattformen verbindet. Insbesondere in den USA ist „Sharing“ sehr populär geworden. In Europa hat sich dieser Bereich mittlerweile ebenfalls zu einem eigentlichen Wachstumsgeschäft entwickelt, auch wenn es hier noch einige Herausforderungen (regulatorische Unsicherheiten, Bedenken hinsichtlich Missbräuchen etc.) zu meistern gilt, bevor das Geschäft hier so richtig florieren dürfte.

 

Das Erfolgsmodell „Sharing“ basiert grundsätzlich auf den folgenden drei Pfeilern: (i) Man teilt der UMWELT zuliebe; die Welt ist schon zu voll, die Überproduktion an Kleidern ist definitiv ein grosses Problem. (ii) Man teilt, um UNABHÄNGIGKEIT zu erlangen; man will nicht so viel besitzen. Der “Weltbürger” möchte mobil bleiben und nur das Notwendigste dabei haben, um einfacher umziehen oder umherreisen zu können. (iii) Man hat keine ZEIT zum Einkaufen. Die Welt wird immer hektischer und es bleibt nur Zeit für das Wesentlichste.

 

Im Zusammenhang mit dem „Sharing“-Gedanke möchten wir Euch gerne die Schweizer Unternehmung Babybox aus Luzern vorstellen. Der Name sagt es eigentlich schon, es geht im Wesentlichen um Babykleider, aber auch um Ausstattungsgegenstände für die Babyzeit.

Babybox Newborn SetBabybox Logo

Bei Babybox kann man nachhaltige, schöne und qualitativ hochwertige Markenkleider mieten. Die Brands werden sorgfältig gewählt (möglichst GOTS-Zertifikat, aber mindestens Herstellung aus ökologischen Rohstoffen). Babybox vertreibt Schweizer Labels sowie ausländische Labels, die in der Schweiz kaum vertrieben werden.

Eltern mit kleinen Kindern können ihren Alltag dank Babybox stressfreier gestalten und sich Kleiderboxen zur Miete direkt nach Hause liefern lassen. Falls man sich in die gemietete Ware verliebt und diese für immer behalten möchte, können die Produkte auch gekauft werden. Schliesslich bietet Babybox mit der sogenannten Neugeborenengeschenkbox mit nachhaltigen, soften Babywaren höchster Qualität auch ein Präsent an, an dem jede frischgebackene Mutter Freude haben dürfte.

 

Des Weiteren möchten wir Euch auch auf das tolle Konzept der Zürcher Unternehmung Sharealook aufmerksam machen, welches sich auf den folgenden Nenner bringen lässt „[Sharealook] is creating a community of fashionistas who swap, rent, re-buy and re-sell clothes, accessories, shoes in other words fashion.” Sharealook arbeitet im Moment an einer Online-Plattform, auf der sich Modeinteressierte begegnen und Fashionprodukte untereinander „austauschen“ können. Wir sind sehr gespannt und warten auf die baldige Eröffnung der Sharealook-Plattform!

 

Noch vor einigen Jahren wurde das (Ver-)Mieten von Kleidern als Abstandnahme vom Verkauf verstanden. Vor allem grosse Kleiderketten wollten da entsprechend nicht mitmachen. Einige kleinere Ketten hingegen haben das Mieten als eigentliches Marketingtool erkannt. Die Miete von Kleidern erlaubt dem Kunden, die Vorteile guter Qualität zu erkennen. Via Miete kann der Kunde tendenziell teurere, qualitativ hochwertigere Materialien wählen bzw. tragen und – falls er gute Erfahrungen damit gemacht hat – kauft er ungeachtet des höheren Preises eher auch Kleider derselben Marke.

 

Sleepy Fox Dungarees mustard

 

Mit den richtigen Vorkehrungen kann aber Einiges gutgemacht werden. Die Kleiderhersteller müssen es einfach wollen; und die Konsumenten müssen es ebenso wollen. Meine kleine Tochter liebt schöne Kleider und kommt gerne mit zum „Shoppen“, egal ob auf dem Flohmarkt oder in einem regulären Geschäft. Sie liebt es zwar Kleider zu sichten, aber wir müssen deswegen trotzdem meistens nichts kaufen. Ich versuche ihr schon jetzt beizubringen, natürliche Kleidermaterialien zu wählen und auf keinen Fall Acryl oder Kleider aus Plastik zu kaufen. Damit ist ein erster kleiner Schritt hin zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Kleidern auf der unterster Ebene, der Ebene der Konsumenten, getan. Die in diesem Artikel erwähnten Unternehmen leisten mit ihren innovativen Lösungen ebenfalls wertvolle Dienste. Und viele weitere Schritte, da bin ich mir sicher, werden folgen.

 

Quellen:            FAB Magazin (https://www.stjm.fi/en/); Babybox (https://babybox-schweiz.ch/); Sharelook (https://www.sharealook.com/); Reeta Nagel / mustikka.ch (https://www.mustikka.ch/de/)

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